Freitag, 6. Juni 2014

Luftikus mit Höhenangst

Gefieder ist ein feiner Zwirn
Ich bleib am Boden haften
Die Bilder hinter meiner Stirn
Sind lauter Totenmasken

Ich will so hoch wie Ikarus
Mein Blick ruht auf den Sternen
Der Fall kommt plötzlich. Sicher muss
Ich erstmal laufen lernen

Die Luft ist nicht mein Element
Ich bau zu dicht am Wasser
Wer meine schwarze Seele kennt
Der spielt den Lichtanlasser

Ich gebe immer Feuer und
Will doch nur weinen können
Die Schwerkraft ist ein treuer Hund
Sie liegt auf meinen Genen

Die Maske hält. Die Maske bricht
Ein Schatten fällt auf das Gesicht
Ein Luftikus mit Höhenangst
Ist alles, was Du sehen kannst

Für das, was auf der Zunge brennt
Fehlt mir die Zaubersprache
Mein Müll bleibt weiter ungetrennt
Weil ich nicht saubermache

Da ist kein Koffer in Berlin
Und so verstreichen Jahre
Ich bette meinen Kindersinn
In eine Leichenstarre

So vieles, was mir widerfährt
Kann ich nicht überwinden
Wer immer meine Lieder hört
Kann alles wieder finden

Geschichten, die das Leben spielt
Die wir geschehen ließen
Ich bleibe Gottes Ebenbild
Auf krummen Krähenfüßen

Die Maske hält. Die Maske bricht
Ein Schatten fällt auf das Gesicht
Ein Luftikus mit Höhenangst
Ist alles, was Du sehen kannst

An meinem Fuß ein Bleigewicht
Mein Kopf hängt in den Wolken
Ich trage dieses Zweigesicht
Mit allen schlimmen Folgen

Der bunte Hund wird schwarz und weiß
Und legt sich patzig nieder
Ab geht‘s. Die Sonne war zu heiß
Die Erde hat mich wieder

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